Wolf (Canis lupus)



Merkmale

Kopf-Rumpf-Länge: 120 bis 250 cm,
Schwanz 60 cm;
Schulterhöhe: 50 bis 70 cm, 
Gewicht: 30 bis über 40 kg; 


Männchen etwas größer als Weibchen

graues Fell mit gelblichen bis dunkelbraunen Untertönen, am Rücken oft ein schwarzer Sattelfleck, Schwanzspitze schwarz, Kehle und Schnauzenunterseite hell gefärbt.

Zehengänger, vier Zehen mit nicht einziehbaren Krallen an Vorder- und Hinterfüßen

                                                Foto: Doppelbauer/pixelio.de 


Der Wolf ist der größte Vertreter der Hundeartigen (Canidae) in Europa (in freier Wildbahn – manche Hunderassen können durchaus größer sein). Im Vergleich zu einem Deutschen Schäferhund sind Wölfe deutlich hochbeiniger und haben größere Pfoten. Der Kopf ist breiter und die Ohren sind kleiner.


Hauptnahrung Schalenwild

Wölfe sind Fleischfresser und ernähren sich hauptsächlich von Schalenwild. In Mitteleuropa sind das in erster Linie Reh, Rothirsch und Wildschwein, mancherorts auch Damhirsch, Mufflon oder Gämse. Allgemein werden junge, alte oder kranke Tiere als Beute bevorzugt, vor allem bei großen bzw. wehrhaften Beutetierarten. Wölfe nehmen auch Aas an. Kleinere Beutetiere und pflanzliche Kost spielen meist eine untergeordnete Rolle. 

Ein Wolf benötigt 3‐4 kg Nahrung (Fleisch, Haut und Knochen) pro Tag. Wölfe können, müssen aber nicht, die Bestandsgröße ihrer Beute negativ beeinflussen, die Mortalität durch Wölfe wirkt, je nach Bedingungen, oft nur kompensatorisch. Von den Nutztieren sind vor allem Schafe und Ziegen gefährdet, Rinder und andere größere Arten werden nur selten angegriffen. Wölfe sind nicht abhängig von der Möglichkeit, Schafe oder Ziegen zu reißen. Trotzdem werden sie immer wieder die Gelegenheit nutzen, wenn sie auf ungeschützte Kleinviehherden stoßen. 

Wölfe sind sehr anpassungsfähig und können in den unterschiedlichsten Habitaten leben. Sie können überall dort vorkommen, wo es ausreichend Nahrung gibt und die Verfolgung bzw. Störung durch den Menschen gering ist. Das sind in Europa heute vor allem große Waldgebiete und Gebirgszüge. 


Rudeltier

Wölfe leben im Familienverband. Ein Rudel umfasst in der Regel Elterntiere, Welpen und Jungtiere vom vorangegangenen Jahr. Die Paarungszeit ist Ende Februar bis Anfang März, die Jungen werden Ende April bis Anfang Mai geboren. Die durchschnittliche Wurfgröße liegt bei 4‐6 Welpen. Mit Erreichen der Geschlechtsreife, spätestens im Alter von 22 Monaten, müssen die Jungtiere das Rudel verlassen. 

Die durchschnittliche Rudelgröße liegt bei 6‐8 Individuen. JedesRudel verteidigt je nach Nahrungsangebot ein Territorium von einhundert bis mehrere hundert km² (z.B. in Polen 150 – 350 km², Piemont 90 – 320 km²). In etablierten Wolfspopulationen bleibt die Populationsdichte relativ konstant, da die Jungtiere das Territorium des Elternrudels verlassen müssen und dann weite Strecken auf der Suche nach einem neuem Territorium und Partnern zurücklegen. 


Verbreitung

In Europa leben mittlerweile wieder über 10.000 Wölfe in 10 verschiedenen Populationen. Die beiden größten Wolfspopulationen mit jeweils über 3.000 Tieren befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Österreich, in den Karpaten und dem dinarischen Gebirge auf der Balkanhalbinsel. Auch in den Westalpen gibt es eine kleinere Wolfspopulation mit 250 Tieren. Der Bestand von Wölfen steigt seit Jahren kontinuierlich und Wölfe bereiten sich zahlen- wie auch flächenmäßig in Europa immer weiter aus.


Abbildung: Europäische Union


Wolfsnachweise in Österreich


2002:  Ein Wolf bei Bad Ischl (Sbg) irrtümlich als wildernder Hund geschossen.
2004:  Ein Fotofallenbild eines Wolfes vom Dobratsch (K).

2005:  Risse und Sichtbeobachtungen im Bereich Obdacher Sattel (St/K).

2007:  Risse an mehreren Rotwild‐Winterfütterungen in den steirisch‐niederösterreichischen Kalkalpen.

2009:  DNA‐Nachweise von 6‐8 Individuen im Wechselgebiet (NÖ) und Fischbacher Alpen (St), bei Knittelfeld (Stmk), in den                     Nockbergen (K), am Grundlsee (St), bei Imsterberg (T) und im Lechtal bei Warth (V).

2010:  DNA‐Nachweise von 6‐8 Individuen im Schneeberggebiet (NÖ) bei Langenlois (NÖ), in den Fischbacher Alpen (St),  in                 den Nockbergen (K), in den Karawanken (K), im Raum Thiersee (T) und in Piller bei Fließ (T).

2011:  DNA‐Nachweise von je 1 Individuum im SW von Niederösterreich und im oberen Drautal (K).

2012:  DNA‐Nachweise von je einem Individuum im Schneeberggebiet (NÖ), dem Gleinalmgebiet (St) und den Karawanken                    (K); im Jänner Wanderung eines in Slowenien besenderten einjährigen Wolfes durch den Süden Österreichs

Wölfe wandern aus dem Westen, Süden und Osten nach Österreich ein und sowohl Männchen wie Weibchen sind darunter. Es ist weiterhin mit einem zunehmenden Besiedlungsdruck aus den umliegenden Wolfspopulationen zu rechnen. Besonders wenn die Population in den Schweizer und italienischen Alpen weiter wächst.