Eurasischer Luchs (Lynx lynx)



 

Merkmale

Kopf-Rumpf-Länge: 80 bis 120 cm,
Schwanz 12-25 cm; 
Schulterhöhe: 50 bis 70 cm; 
Gewicht: 15-25 kg; 


Männchen deutlich größer als Weibchen

Das Fell ist im Winter grau-beige und im Sommer rötlich-braun gefärbt und mit schwarzen Flecken durchzogen.

Der Luchs hat lange Beine mit großen Pranken; typisch sind der kurze Stummelschwanz, der Backenbart und die Pinselohren.

Zehengänger, vier Zehen mit einziehbaren Krallen 

 Foto: Piqs.de/Gerdi


Geschickter Jäger

Luchse sind vornehmlich Anschleich- und Überraschungsjäger, die ihre Beute nicht verfolgen. Sie benötigen gute Deckung und jagen in der Dämmerung bzw. Nacht. Luchse sind reine Fleischfresser und leben fast nur von selbst erlegten Beutetieren. Das wichtigste Beutetier ist das Reh, das über die Hälfte ihres Nahrungsbedarfs abdeckt. In etwas höher gelegenen Regionen nimmt der Anteil von Gämse und Mufflon zu. 

Unter den Haustieren sind hauptsächlich Schafe gefährdet, vor allem auf Weiden in mittelbarer Nähe von Waldflächen. Bei Schafen, die oberhalb der Waldgrenze gehalten werden, ist die Wahrscheinlichkeit eines Luchsangriffes wesentlich geringer. 

Generell erweist sich der Luchs bei der Auswahl seiner Beute als sehr anpassungsfähig, es wird ganz einfach diejenige bevorzugt, die in größerer Dichte vorhanden ist. Sogar Füchse, Hasen, Eichhörnchen und Fische können auf dem Speiseplan stehen. 


Scheuer Einzelgänger

Luchse sind wie die meisten Katzen Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit von Februar bis April treffen die Geschlechter aufeinander. Die Tragzeit dauert etwa 70 Tage, ein Wurf umfasst bis zu fünf Junge, wobei die Sterblichkeit bei 80 Prozent liegt. Nach etwa zehn Monaten werden die Jungluchse selbstständig und müssen sich ihr eigenes Revier suchen. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit zwei, Männchen mit drei Jahren. Die Lebenserwartung des Luchs beläuft sich auf fünf bis fünfzehn Jahre. 

Als Einzelgänger leben Luchse in festen Revieren, in denen sie keine anderen erwachsenen Tiere des gleichen Geschlechts dulden. Das Territorium von Weibchen hat eine Größe von ca. 100 km². Das Revier eines Männchens umfasst ein bis zwei weibliche Reviere und kann sich sogar auf bis zu 400 km² erstrecken. Dabei sind Luchse an Wälder und Waldränder gebunden, die  ihnen ausreichend Deckung für die Beutejagd bieten. In weniger bewaldeten Gebieten kann der Luchs nur leben, wenn es genug Versteckmöglichkeiten gibt.


Verbreitung

In Europa leben mittlerweile wieder 9.000-10.000 Luchse. Es gibt 10 Populationen, wovon die Größten in Nord- und Osteuropa zu finden sind.  Diese einheimischen Populationen bestehen aus bis zu 2.500 Tieren. In Mitteleuropa gibt es nur kleinere, zerstückelte Luchsvorkommen, die aus Wiederansiedlungsprojekten in den 1970er und 1980er stammen. Die Population im Alpenraum umfasst 130 Tiere, die dinarische Population 120-130 Tiere und die Böhmisch-Bayrische-Population rund 50 Luchse. Besonders diese kleineren Populationen sind stark gefährdet, während die größeren Luchsbestände stabil sind. 


Abbildung: Europäische Union



In Österreich sind Ober- und Niederösterreich Teil der Böhmisch-Bayrischen Luchspopulation. Außerdem treten immer wieder Nachweise von einzelnen Luchsen aus der Alpenpopulation und dinarischen Population im Westen sowie im Süden des Landes auf. Eindeutig nachgewiesenen Luchsnachwuchs gibt es derzeit nur in der Böhmerwald-Population im Grenzgebiet zu Tschechien sowie im Gebiet des Nationalparks Kalkalpen in Oberösterreich.



Abbildung: WWF