Internationale Abkommen und EU

Österreich hat verschiedene internationale Übereinkommen zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten ratifiziert, wie etwa die   Berner Konvention  und das Washingtoner Artenschutzübereinkommen.

Berner Konvention

Das "Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume" (Berner Konvention) wurde 1979 ins Leben gerufen. Die Ziele der Konvention sind die Schaffung eines Mindestschutzes für die meisten (wild) freilebenden Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume sowie der Vollschutz für eine gewisse Anzahl besonders bedrohter Tier- und Pflanzenarten, vor allem der ziehenden Tierarten.
Die Konvention unterscheidet hinsichtlich ihrer Schutzempfehlungen zwischen "streng geschützten" in Anhang I (Pflanzen) und Anhang II (Tiere) und den in den Anhängen III "geschützten" Tierarten. Anhang IV listet die verbotenen Mittel und Methoden zum Töten und Fangen auf.[…]

Für die streng geschützten Tierarten ist unter anderem jede Form des absichtlichen Fangens, Haltens und Tötens sowie das mutwillige Beschädigen oder Zerstören von Brut- oder Raststätten zu verbieten. "Geschützte" Tierarten dürfen grundsätzlich genutzt werden, es sind jedoch Art und Ausmaß der Nutzung vorzuschreiben. Mittel und Methoden des Fangens und Tötens sowie die Nutzungsformen werden aufgelistet, die an den "geschützten" Tierarten nicht angewendet werden dürfen.

Österreich trat der Berner Konvention 1983 bei (BGBl. Nr. 372/1983 i.d.g.F.). Die Inhalte und Zielvorgaben der Berner Konvention sind in Österreich in den Naturschutz- und Jagdgesetzen der Bundesländer festgehalten. Der umfassende Schutz der in den Jagdgesetzen aufgelisteten Tierarten ist aufgrund der Möglichkeit von Ausnahmebewilligungen jedoch nicht immer gewährleistet.

[Quelle: Umweltbundesamt]


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Der Wolf (Canis lupus) und alle Bärenarten (Ursidae) werden in der Berner Konvention in Anhang II der “streng geschützten Tierarten” aufgeführt. 

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist laut Anhang III eine “geschützte Tierart”.





Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

Die Umsetzung der Berner Konvention findet auf EU-Ebene insbesondere durch die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie(FFH-Richtlinie) statt. Die Anhänge der FFH-Richtlinie enthalten schützenswerte Arten von gemeinschaftlichem Interesse, deren Erhaltung insbesondere durch ein Netzwerk aus Schutzgebieten (Natura 2000) gesichert werden soll.

Die Arten der großen Beutegreifer finden sich in der FFH-Richtlinie in 

Anhang II: Tier- u. Pflanzenarten, von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

und Anhang IV: Arten, die ohne Schutzmaßnahmen verloren gehen könnten und die auch außerhalb der Natura 2000 Gebiete in ganz Europa unter Artenschutz stehen.






Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Das “Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen” (engl.: CITES) trat 1975 in Kraft, seit 1982 gehört auch Österreich zu den Vertragsstaaten.CITES schafft nicht nur den internationalen rechtlichen Rahmen sondern auch konkrete Vorgaben für die verfahrenstechnische Abwicklung der Regulierung von Einfuhr, Ausfuhr und Wieder-Ausfuhr lebender oder toter Wildtiere und Wildpflanzen bzw. ihrer Teile oder Derivate. Es reguliert den Handel von über 33.000 Tier- und Pflanzenarten, die in drei Listen als Anhänge I, II und III aufgeführt sind (I = höchste Bedrohung).
[Quelle: BMLFUW]

Alle Bärenarten (außer Großer Panda), der Eurasische Luchs (Lynx lynx) und die Wölfe Europas finden sich im Anhang II des Abkommens. Dieser enthält Arten, die nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, für die dennoch besondere Schutzbestimmungen für den Handel gelten, um eine Gefährdung des Bestandes zu verhindern.

Die Umsetzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens ist in der EU durch verschiedene Verordnungen vollzogen, die teilweise sogar strenger sind, als CITES (EG VO 338/97 bzw. EG VO 865/2006) . Die Umsetzung auf Ebene der Mitgliedsstaaten wird in Österreich wiederum durch das Artenhandelsgesetz und die Arten-Kennzeichnungsverordnung geregelt.