Was bedeutet Herdenschutz?

Nutztierhaltung und wild lebende Raubtiere im selben Lebensraum scheinen zunächst miteinander unvereinbar zu sein. Die Strategien der Tierhalter, um dieses Konfliktfeld zu entschärfen waren einerseits die intensive Bejagung der Raubtiere und andererseits der Versuch, eine Koexistenz zwischen Nutztieren und großen Beutegreifern zu ermöglichen. Diese Koexistenz funktioniert vielerorts durch den gezielten Einsatz von Herdenschutzmaßnahmen.

Der Einsatz von Herdenschutzmaßnahmen soll das Risiko von Schäden an landwirtschaftlichen Nutztieren durch Raubtiere weitgehend verringern, um ein Nebeneinander von Tierhaltung und großen Beutegreifern zu ermöglichen.




 


  Es gibt verschiedene Strategien, um beispielsweise Schafherden vor
  Raubtierangriffen zu schützen. Die naheliegendste Methode ist, den
  potentiellen Fressfeinden durch einen
Zaun den Zugang zur potentiellen
  Beute zu verwehren. Hierbei gibt es verschiedene Arten von Zäunen. Ihre
  Anwendungsbereiche und Zuverlässigkeit sind abhängig von mehreren
  Faktoren wie dem sachgemäßen Aufbau, der regelmäßigen Wartung, dem
  Material und dem Terrain.




Foto: LUPUS








Den klassischen Hirten, der Tag und Nacht bei seiner Herde ist, sie leitet, überwacht und beschützt, findet man heutzutage in Mitteleuropa nur noch selten. Der finanzielle und zeitliche Aufwand einer ständigen Behirtung
steht vielerorts in keiner Relation zum Ertrag durch die Viehhaltung, insbesondere in extensiven Produktionsgebieten. Dennoch ist die Anwesenheit eines Menschen bei der Herde für die meisten Raubtiere
sehr abschreckend und die Herde profitiert noch auf verschiedene andere Weise von der Führung durch einen fachkundigen Hirten.


 
Foto: Ringdorfer







  Hunde und Schafe verbindet seit alters her eine besondere “berufliche”
  Beziehung. Neben den bekannten Hütehunden, die die Herden in
  Windeseile gezielt vor sich her treiben können, leisten auch die großen
 
Herdenschutzhunde einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Tiere. Sie
  arbeiten sehr selbständig, leben im engen Verbund mit der Herde und
  vertreiben Eindringlinge sehr effektiv. Dennoch ist die Haltung von
  Herdenschutzhunden nicht völlig unproblematisch und bedarf eines
  verantwortungsvollen Managements durch den Tierhalter.



   Foto: ÖBSZ