Behirtung


Die Behirtung von Viehherden hat eine jahrtausendelange Tradition, die in Österreich jedoch selten geworden ist. Gerade für den Herdenschutz ist die ständige Anwesenheit eines Hirten oder einer Hirtin bei den Weidetieren ein zuverlässiger Schutz und schreckt bereits viele Wildtiere ab. 

Weitere Vorteile sind:

  • genauere Beobachtung der Tiere auf der Weide. Ein Hirte entdeckt Vorfälle schneller und kann rasch darauf reagieren.
  • bessere Überwachung der Ablammung und Tiergesundheit.
  • optimale Ausnutzung des Weideangebotes durch gezielte Beweidung. Der Hirte kann die Herde durch große Gebiete führen.

                                                                                                                                                                                                   Foto: Ringdorfer

Die Beschäftigung eines Hirten, der die Herde möglichst über die gesamte Weidesaison hinweg begleitet, ist eine in vielerlei Hinsicht lohnende Investition, vorausgesetzt, die betreffende Herde hat eine ausreichende Größe von über 500 Tieren.

Bei kleineren Herden gibt es die Möglichkeit einer Herdenzusammenlegung, die allerdings gut geplant werden muss. Wesentliche Punkte sind hier:

  • Besitzverhältnisse, Nutzungsrechte
  • Topografie, Größe und/Ertrag der beweidbaren Flächen
  • Bestoßdichte (GVE/ha)
  • Infrastruktur (Wege, Hütte, Trinkwasser)
  • Tiergesundheit (tierärztliche Kontrolle)
  • Ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit
  • Soziale Besonderheiten, Tourismus, Konflikte (Nachbaralpen)

Ist eine Behirtung trotz allem nicht möglich oder sinnvoll, kann der selbstständige Einsatz von Herdenschutzhunden eine Lösung sein.

Der Beruf des Schafhirten ist in Österreich nicht fest verankert. Entsprechende offizielle Ausbildungen werden momentan nur in der Schweiz angeboten.