Modellregion Alpine Zäunung, Salzburg



  • Lage: Steckenkoralm, Zederhaus, Salzburg
  • Größe: 55 ha eingezäunte Almfläche
  • Seehöhe: 2.000 - 2.700 m
  • Zaunlänge: rd. 5 km
  • Herdengröße: 150 Schafe und Ziegen
  • Projektstart: Sommer 2012
  • Laufzeit: 3 Jahre









Foto: ÖBSZ


Herdenschutzmaßnahmen

  • Errichtung eines raubtiersicheren  elektrischen Zaunes für die Dauer einer Almsaison
  • Test zweier verschiedener Zaunsysteme: Netzzaun und Litzenzaun
  • regelmäßige Kontrolle des Zaunes und der Stromspannung
  • Wartungsarbeiten (besonders nach Wettereinbrüchen)







Foto: ÖBSZ

1. Projektjahr 2012

  • Die regelmäßige Kontrolle und Wartung ist unerlässlich, um die Schutzfunktion aufrechtzuerhalten.
  • Der Netzzaun musste durch feste Holzpfähle zusätzlich verstärken werden (Schneelast).
  • Für eine gute Erdung muss besonders bei starkem Bewuchs (tiefere Lagen) gesorgt werden.
  • Die Zaunplatzierung entlang des Grates muss verbessert werden (Schneelast, Schutzfunktion).
  • Es gab keine Vorfälle im Zusammenhang mit Wild (Zaunschäden etc.).



2. Projektjahr 2013

  • Zu Beginn der Weidesaison ist auf den richtigen Zeitpunkt des Auftriebs zu achten, da im Frühjahr noch wenig Futter vorhanden ist und die Tiere versuchen könnten, auszubrechen.
  • Die Wildschäden am Herdenschutzzaun sind auch im Jahr 2013 gering (va. im Frühjahr, wenn sich das Wild noch nicht an den Zaun gewöhnt hat).
  • Im Gipfelbereich sollte der Zaun nach Möglichkeit am Grat entlang geführt werden um Schneeverwehungen zu vermeiden.
  • Bei trockner Witterung muss die Erdung verbessert und verstärkt kontrolliert werden um eine ausreichende Stromspannung im Zaun zu gewährleisten. 
  • Gute Planung beim Abbau des Zaunes reduziert den Arbeitsaufwand beim Aufbau im Folgejahr enorm.
  • Die Überwinterung des Zaunmaterials im Gelände hat sich bewährt und ist eine große Arbeitserleichterung.



3. Projektjahr 2014

  • Der Litzenzaun kann besonders im unwegsamen Gelände leichter gesetzt und auch schneller versetzt werden. Beim Netzzaun wird die Zaunführung genau an das Gelände angepasst und muss daher im Folgejahr wieder genau gleich aufgebaut werden. Der Netzzaun bietet sich vor allem im Hofbereich und Tallagen an, wenn das Gelände einfach einzuzäunen ist. 

  • Beim Netzzaun besteht der Nachteil, dass es zu mehr Stromableitung durch Bewuchs kommt und daher ein besonderes Augenmerk auf die Elektrifizierung gelegt werden muss. 

  • Während der Netzzaun eine gute Zuverlässigkeit bietet, besteht allerdings die Gefahr, dass sich die Tiere darin verfangen und eventuell verenden. Beim Litzenzaun kann das kaum passieren, doch können die Tiere, wenn sie geübt sind, leichter ausbrechen.

  • Der Litzenzaun ist zwar preisgünstiger als der Netzzaun, allerdings auch weniger robust. 

  • Ein großer Vorteil der Zäunung für die Bewirtschaftung ist, dass die Tierkontrolle sehr viel einfacher abläuft und besonders beim Abtrieb alle Tiere schnell auffindbar sind. 

  • Ein Nachteil ist, dass die Zäunung in einem gewissen Rahmen die jagdliche Nutzung während der Almperiode einschränkt.


Fazit

Im Projekt wurden besonders die Vor- und Nachteile der einzelnen Zaunarten gut sichtbar. Die Ergebnisse zeigen, dass der Netzzaun in Kombination mit einzelnen Litzenbändern (z.B. zum Überspannen von Senken) die bisher beste und erfolgreichste Zaunvariante ist.

Die Modellregion Alpine Zäunung zeigt, dass Herdenschutz mit Zäunen für kleinere und mittlere Herden auch auf der Alm sehr gut anwendbar ist, sofern das Gelände dafür geeignet ist. Das Projekt war insgesamt sehr erfolgreich und die Almauftreiber möchten es auch in den kommenden Jahren weiterführen. Die Nationale Beratungsstelle wird das Gebiet weiterbetreuen. 







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