Modellregion Behirtung, gezielte Beweidung und Herdenschutzhunde, Tirol


  • LageOchsenalm, Kals, Tirol
  • Größe: 1.600 ha Almfläche
  • Seehöhe: 2.000 - 2.900 m
  • Herdengröße: 1.200 Schafe
  • Projektstart: Sommer 2014
  • Laufzeit: 3 Jahre
Das Projekt wird in Kooperation mit der Almgenossenschaft Dorfertal und dem Nationalpark Hohe Tauern durchgeführt.

Herdenschutzmaßnahmen

  • ständige Behirtung durch ausgebildete Hirten
  • gezielte Beweidung und Herdenführung mit Hilfe von Hütehunden
  • Einsatz von Herdenschutzhunden in der Herde


Foto: ÖBSZ



        1. Projektjahr 2014

  • Gut ausgebildete Hirten mit Almerfahrung (und bestenfalls eigenen Treibhunden) sind sehr begehrt und schwierig zu finden. Anders als in Deutschland oder der Schweiz, gibt es in Österreich noch keine Ausbildung für diese Tätigkeit, obwohl der Bedarf an gut ausgebildetem Fachpersonal durchaus gegeben ist und mit den neuen Herausforderungen im Bereich Herdenschutz noch weiter steigen wird. 
  • Die ständige Behirtung aht den Vorteil, dass die Herde von den Hirten gezielt gelenkt wird und so die gesamte Weidefläche gleichmäßig genutzt werden kann, ohne dass es zu einer Überweidung einiger weniger Stellen kommt.
  • Aufgrund der ständigen Anwesenheit eines Hirten ist es möglich, bei den Tieren Vorfälle und Krankheiten sofort zu erkennen und in solch einem Fall rasch einzugreifen. 
  • Die Zusammenführung von Hütehunden und Herdenschutzhunden funktionierte sehr gut. Die Herdenschutzhunde akzeptierten die Hütehunde und die Herde ließ sich auch mit den Herdenschutzhunden von den Hütehunden gut treiben.
  • Die Zusammenführung aller Schafe in eine Gesamtherde war eine anspruchsvolle Aufgabe, die in der ersten Almsaison nur teilweise gelang. Die Schafe kommen von verschiedenen Betrieben und bildeten kleinere Untergruppen, die zu ihren bevorzugten Weideplätzen ziehen wollten. 
  • Ein Großteil der Schafe wurde zum ersten Mal behirtet und hatte nie zuvor Kontakt mit Hütehunden gehabt. Das erschwerte auch die Integration der Herdenschutzhunde, die eine kompakte Gesamtherde benötigen, um sich an alle Schafe binden zu können.
  • Im kommenden Projektjahr wird daher mit den Hirten noch gezielter auf die Herdenbildung und Integration der Herdenschutzhunde eingegangen werden.


Fazit bisher

In Österreich hat der Einsatz von Herdenschutzhunden keine bis heute mehr überlieferte Tradition. Das dazugehörige Wissen muss erst wieder gewonnen und an die Landwirte weitergeben werden. Die Erkenntnisse, die in der Modellregion gesammelt werden können, sind wertvolle Empfehlungen für die Praxis und eine große Unterstützung für die Landwirte, die mit diesen Fragestellungen konfrontiert sind. 




                                                                                                                                                                                                        








  Foto: ÖBSZ